Wirkt das bei mir? So testest du eine Gewohnheit
- Ob eine Gewohnheit bei dir wirkt, lässt sich mit Gefühl oder einem Vergleich «vorher, nachher» kaum sagen: Schwankung, Erwartung, Jahreszeit und Zufall sehen oft aus wie eine Wirkung.
- Der Test mit einer Person, der n-of-1-Test, stammt aus der Medizin: Phasen mit und ohne die Änderung wechseln sich mehrmals ab, die Reihenfolge wird ausgelost.
- Wie lange er dauert, hängt von deiner eigenen Schwankung ab. Im Beispiel braucht ein Unterschied von 4 ms in der HRV im günstigsten Fall sechs Paare aus je einer Woche mit und einer ohne.
- Das Ergebnis gilt für dich und für diese Bedingungen. Geeignet sind Gewohnheiten, die schnell wirken und sich zurücknehmen lassen, nicht Medikamente.
Begriffe kurz erklärt
- n-of-1-Test
- Ein Test mit dir selbst: Phasen mit einer Änderung und ohne sie wechseln sich ab. In der Forschung heisst das n-of-1-Studie; n steht für die Zahl der Personen, hier eine.
- Messgrösse
- Der eine Wert, an dem du ablesen willst, ob etwas wirkt, etwa die HRV in der Nacht oder der Ruhepuls.
- Schwankung
- Wie stark ein Wert von Nacht zu Nacht von allein auf und ab geht. Fachleute sagen auch Rauschen.
- Regression zur Mitte
- Auf einen ungewöhnlich tiefen oder hohen Wert folgt meist von selbst ein gewöhnlicherer. Das sieht aus wie eine Wirkung, ist aber keine.
- Störgrösse
- Etwas Drittes, das deine Messgrösse ebenfalls verändert, etwa Jahreszeit, Stress oder Ferien.
- Auslosen
- Der Zufall entscheidet die Reihenfolge, etwa eine Münze.
- Auswaschzeit
- Tage nach jedem Wechsel, die nicht zählen, damit die vorige Phase nicht nachwirkt.
- Mindestunterschied
- Ab welcher Grösse dir ein Unterschied etwas bedeutet. Du legst ihn vor dem Start fest.
Warum Gefühl und Einzelbeobachtung täuschen
Du trinkst keinen Kaffee mehr nach dem Mittag und schläfst die nächsten Tage besser. Also wirkt es? Vielleicht wäre es auch so besser geworden. Fünf Dinge können eine Wirkung vorgaukeln oder eine echte verdecken.
Die natürliche Schwankung von Nacht zu Nacht
Kein Körper misst sich jede Nacht gleich. In einer Auswertung von über 92’000 Menschen mit Fitbit-Geräten am Handgelenk lagen höchster und tiefster Ruhepuls einer gewöhnlichen Woche bei den meisten rund 3 Schläge auseinander.1 Die HRV verändert sich in Prozent stärker als der Ruhepuls, schwankt aber auch stärker und verrät nicht, worauf sie reagiert. In 9 Millionen Morgenmessungen lag sie nach viel Alkohol im Mittel rund 12 Prozent tiefer, nach einem Training veränderte sie sich um rund 5 Prozent. Gemessen an der eigenen Schwankung war nach Alkohol aber der Ruhepuls das deutlichere Zeichen.2 Kleine Wirkungen in grossem Rauschen: Das ist das Problem.
Im Beispiel liegen die Mittel zweier gleich gelebter Wochen 4 ms auseinander. Schwankt deine HRV um 6 ms von Nacht zu Nacht, kommt ein so grosser Unterschied bei etwa jedem fünften Wochenpaar ganz ohne Grund vor.
Regression zur Mitte
Etwas zu ändern, fällt dir meist dann ein, wenn es schlecht läuft. Doch auf ungewöhnlich schlechte Nächte folgen meist gewöhnlichere, ganz von allein. Diese Regression zur Mitte lässt Schwankung wie eine echte Veränderung aussehen, umso mehr, je stärker die Werte zufällig streuen.3 Wer behandelt wird, wenn die Werte am schlechtesten sind, scheint darum meist davon zu profitieren. Abhilfe schaffen eine Vergleichsgruppe und mehrere Messungen statt einer.4
Erwartung und Placebo
Was du über deinen Schlaf zu wissen glaubst, verändert, wie du dich fühlst. In einer Studie mit 63 Menschen mit Insomnie, also anhaltenden Schlafstörungen, bekam die Hälfte am Morgen eine gute, die andere eine schlechte Rückmeldung zum Schlaf, egal wie sie geschlafen hatten. Wer die schlechte bekam, fühlte sich am Abend müder; bei Tests von Aufmerksamkeit und Wachheit am Computer zeigte sich kein Unterschied.5 Auch Scheinbehandlungen wirken am ehesten auf das, was Menschen selbst berichten, etwa Schmerz.6 Dein Gefühl ist also leichter zu täuschen als ein Messwert. Ganz frei davon ist auch dieser nicht, denn wer etwas erwartet, verhält sich anders. Das ist vertretbar: Dich interessiert die ganze Wirkung, auch der Teil aus der Erwartung.15
Störgrössen: Jahreszeit, Stress und Ferien
Neben deiner Gewohnheit ändert sich ständig noch etwas anderes. Der Ruhepuls lag in der Fitbit-Auswertung im Mittel Anfang Januar am höchsten und Ende Juli am tiefsten, rund 2 Schläge auseinander.1 Stress senkt die HRV.7 In den Ferien schläfst, trinkst und bewegst du dich anders. Vergleichst du Januar mit April, steckt all das mit im Ergebnis.
Zufall
Wer viel ausprobiert, findet auch Unterschiede, die reiner Zufall sind. Mit der üblichen Schwelle, bei der der Zufall in 5 von 100 Fällen anschlägt, zeigt im Schnitt einer von zwanzig Vergleichen einen Unterschied, obwohl keiner da ist. Je mehr Vergleiche, desto mehr solcher Scheinfunde; Fachleute verlangen darum strengere Regeln, wenn mehrere Prüfungen zusammen eine Entscheidung tragen.8
Der Test mit einer Person: woher er kommt
1986 beschrieben Gordon Guyatt und Kollegen in Kanada eine Studie mit einem einzigen Patienten: mehrere Paare von Behandlungen, je eine echte und eine zum Schein, in ausgeloster Reihenfolge, bis die Wirkung belegt oder widerlegt war. Die Gruppe richtete dafür in ihrer Region einen eigenen Dienst ein.9
2015 erschien eine Leitlinie dafür, wie solche Studien berichtet werden,13 und Nicholas Schork forderte in Nature: Zeit für Studien mit einer Person.12 Denn grosse Studien liefern ein Mittel über viele Menschen; bei dir kann eine Behandlung anders wirken.1115 74 Studien aus den Jahren 2011 bis 2023 hatten im Median sechs Phasen, 43 Prozent eine Auswaschzeit.14 Heute laufen solche Tests auch mit Apps und Sensoren im Alltag.15
Was du über dich vermutest, hält einem Test nicht immer stand. In einer Studie zu Vorhofflimmern, einer Herzrhythmusstörung, prüften Teilnehmende per App einen selbst vermuteten Auslöser, je eine Woche mit und eine ohne, in ausgeloster Folge. Über alle Tests zusammen erhöhte nur Alkohol das Risiko deutlich, nicht aber Koffein, das am häufigsten im Verdacht stand.16
Wie verschieden Menschen ansprechen könnten, deutet eine Studie aus Berlin und Potsdam an. 76 Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung prüften je eine von zwei kurzen Atemübungen gegen Stress: vier Wochen lang, je eine Woche mit und eine ohne, zweimal, in ausgeloster Folge, mit der App StudyU. Im Mittel war die Wirkung klein. Bei 31 lag die geschätzte Wirkung auf der günstigen Seite, bei 25 eher auf der ungünstigen, fast immer noch unsicher. 10 erfüllten die vorab festgelegte Schwelle.17 Gemessen wurde allerdings der selbst eingeschätzte Stress, den Erwartung leicht verschiebt. Und ein Teil solcher Unterschiede zwischen Menschen ist selbst Zufall.18
Sieben Bausteine eines guten Tests
Aus Leitfäden und Übersichten lassen sich sieben Bausteine ableiten, jeder gegen eine Täuschung von oben.1115
- Eine klare Frage, vorher festgelegt. Was änderst du, und ab welchem Unterschied zählt es? Wer die Regeln erst am Ende festlegt, findet leichter, was er sucht.
- Eine Messgrösse. Ein Wert entscheidet, etwa die HRV in der Nacht. Wer zehn Werte anschaut, findet leicht irgendwo einen Unterschied, auch wenn nichts wirkt: bei zehn Vergleichen in rund 4 von 10 Fällen.8
- Phasen mit und ohne im Wechsel. Nicht einmal vorher und einmal nachher, sondern mehrmals hin und her.
- Ausgeloste Reihenfolge. Eine Münze entscheidet je Paar, welche Phase zuerst kommt. So verteilen sich Wetter, Arbeit und Jahreszeit auf beide Seiten.1115
- Genug Wiederholungen. Wie viele, hängt von deiner Schwankung ab.
- Eine Auswaschzeit, wo nötig. Die ersten Tage nach dem Wechsel zählen nicht.11
- Umsetzung festhalten. Notiere, an welchen Tagen du dich daran gehalten hast. Lücken machen das Ergebnis ungenauer und können es verzerren.15
Wie viele Wochen braucht es? Eine Herleitung
Wie lange muss ein Test laufen, damit sich ein Unterschied vom Rauschen abhebt? Das lässt sich mit einfacher Statistik abschätzen.
Beispiel: Deine HRV liegt im Mittel bei 40 ms und schwankt von Nacht zu Nacht um etwa 6 ms. Du willst einen Unterschied von 4 ms finden. Je Woche zählen sechs Nächte. Die Rechnung nimmt an, dass die Nächte nichts miteinander zu tun haben.
1. Ein Mittel schwankt weniger als eine Nacht. Das Mittel aus n Nächten schwankt um 6 / √n. Aus sechs Nächten: 6 / 2,45 = 2,4 ms.
2. Ein Unterschied zweier Mittel schwankt mehr. Er schwankt um 6 × √(2/n). Eine Woche gegen eine Woche: 6 × √(2/6) = 3,5 ms. 4 ms sind kaum mehr, als der Zufall allein liefert.
3. Wie viel grösser muss er sein? Damit der Zufall allein höchstens in 5 von 100 Fällen einen so grossen Unterschied vortäuscht (Faktor 1,96) und du einen echten Unterschied in 8 von 10 Fällen auch findest (Faktor 0,84), muss er rund 2,8-mal so gross sein wie diese Schwankung: 6 × √(2/n) ≤ 4 / 2,8 = 1,43 ms.
4. Aufgelöst nach n: n ≥ 2 × (2,8 × 6 / 4)² = 2 × 4,2² = 35,3. Es braucht also rund 36 Nächte mit und 36 ohne.
Ergebnis: Bei sechs zählenden Nächten je Woche sind das 6 Paare aus je einer Woche mit und einer ohne, also zwölf Wochen. Das ist die günstigste Rechnung.
Wie stark deine Werte schwanken, entscheidet über die Dauer. Dieselbe Rechnung für andere Schwankungen:
| Schwankung von Nacht zu Nacht | Nächte je Seite | Paare | Dauer |
|---|---|---|---|
| 4 ms | 16 | 3 | 6 Wochen |
| 5 ms | rund 25 | 5 | 10 Wochen |
| 6 ms | 36 | 6 | 12 Wochen |
| 8 ms | 63 | 11 | 22 Wochen, zu lang für den Alltag |
In Wirklichkeit folgt auf eine schlechte Nacht oft eine schlechte. Solche zusammenhängenden Nächte zählen weniger, als ihre Zahl verspricht.15 Wertest du zudem nur einen Unterschied je Paar aus, braucht es im Beispiel eher 8 bis 10 Paare. Der Test dauert dann länger, oder du begnügst dich mit einem grösseren Unterschied.
Vorher-nachher gegen mit und ohne im Wechsel
Am einfachsten wären zwei Wochen wie bisher, dann zwei mit der Änderung. Das ist besser als nichts, aber anfällig für fast alle Täuschungen von oben.
| Vorher-nachher | Mit und ohne im Wechsel | |
|---|---|---|
| Jahreszeit und langsame Trends | stecken ganz im Ergebnis | fallen weitgehend heraus, jedes Paar vergleicht Nachbarwochen |
| Regression zur Mitte | Start am Tiefpunkt sieht aus wie Wirkung | mehrere Wechsel, der Startzeitpunkt zählt kaum |
| Ausreisser wie ein Fest oder eine Erkältung | können das Ergebnis kippen | treffen ein Paar von mehreren, lassen sich als Störtag ausnehmen |
| Zufall | ein Vergleich, keine Wiederholung | mehrere Paare müssen in dieselbe Richtung zeigen |
| Nachwirkung | nicht erkennbar | sichtbar, wenn Wochen nach einer Woche mit anders aussehen |
Bei nur einem Wechsel lässt sich eine Wirkung nicht von dem trennen, was sich mit der Zeit ohnehin ändert, weil jede Seite nur einmal vorkommt.15 Erst die Wiederholung macht aus einer Beobachtung einen Test.
Was du aus dem Ergebnis schliessen darfst
Am Ende steht kein Ja oder Nein, sondern ein Unterschied mit einem Band, in dem die Wirkung wahrscheinlich liegt. Entscheidend ist, wo das Band zu null und zu deinem Mindestunterschied liegt. VALTRI unterscheidet fünf Stufen:
- Wirkt deutlich. Das ganze Band liegt auf der günstigen Seite, und der Unterschied ist mindestens so gross wie dein Mindestunterschied.
- Wirkt, aber wenig. Das Band liegt auf der günstigen Seite, der Unterschied ist aber kleiner als dein Mindestunterschied.
- Kein relevanter Unterschied. Ein engeres Band mit 90 Prozent liegt ganz innerhalb deines Mindestunterschieds. Auch das hilft: Du kannst die Gewohnheit mit gutem Gewissen lassen.
- Nicht entschieden. Das Band reicht über null und über den Mindestunterschied hinaus. Länger oder später nochmals prüfen hilft.
- Eher schlechter. Das ganze Band liegt auf der ungünstigen Seite.
Drei Grenzen gelten immer. Erstens gilt das Ergebnis nur für dich und diese Bedingungen: Jahreszeit, Gerät, damaliges Training. Zweitens zeigt ein Test, ob sich deine Werte verschieben, aber nicht, warum. Drittens kann auch ein guter Test einmal danebenliegen. Darum lohnt es sich, eine Wirkung nach einigen Monaten nochmals zu prüfen.
Wofür ein solcher Test nicht taugt
Er eignet sich für Gewohnheiten, die innert Tagen wirken und sich ebenso schnell zurücknehmen lassen.1015 Was erst über Wochen wirkt, etwa mehr Training oder Abnehmen, lässt sich so nicht prüfen. Bevor du an einem Medikament etwas änderst, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Eine Krankheit erkennt oder behandelt ein solcher Test nicht. Hast du Beschwerden, lass sie ärztlich abklären.
Fazit: Prüfen statt vermuten
Ob eine Gewohnheit dir guttut, verraten weder dein Gefühl noch ein Vergleich «vorher, nachher» zuverlässig. Schwankung, Rückkehr zur Mitte, Erwartung, Jahreszeit und Zufall sehen einer Wirkung zum Verwechseln ähnlich. Ein Test mit dir selbst, mit Phasen mit und ohne im Wechsel, ausgeloster Reihenfolge und genug Wiederholungen, trennt das eine vom anderen. Das braucht oft mehrere Wochen. Dafür bekommst du, was keine grosse Studie geben kann: eine Antwort für dich.
Tipps für deinen Alltag
- Prüfe eine Sache zur Zeit.
Eine Änderung, eine Messgrösse. Wer zwei Dinge zugleich ändert, weiss am Ende nicht, welches gewirkt hat.
- Leg die Regeln vorher fest.
Schreib auf, was du änderst, woran du es misst und ab welchem Unterschied es für dich zählt. Danach drehst du nicht mehr daran.
- Wähle einen Wert, den dein Gerät misst.
HRV, Ruhepuls oder Schlafdauer sind weniger anfällig für Erwartung als dein Gefühl.5
- Lose die Reihenfolge aus.
Wirf je Paar eine Münze: Kopf heisst zuerst mit, Zahl zuerst wie gewohnt.
- Wechsle mehrmals.
Mindestens drei Paare aus je einer Woche mit und einer ohne. Schwanken deine Werte stark, braucht es mehr.
- Gib dir einen Tag zum Umstellen.
Lass den ersten Tag nach jedem Wechsel weg. Wirkt etwas über Tage nach, nimm zwei Wochen je Phase und lass die ersten drei Tage weg.
- Notiere, ob du dich daran gehalten hast.
Und notiere Ausnahmen wie Krankheit, Reise oder ein Fest. Solche Tage lässt du bei der Auswertung weg.
- Schau nicht zwischendurch.
Wer nach zwei Wochen nachschaut und aufhört, sobald es gut oder schlecht aussieht, hält leicht den Zufall für eine Antwort.
- Prüfe nach ein paar Monaten nochmals.
Zeigt eine zweite Prüfung in dieselbe Richtung, kannst du dem Ergebnis viel mehr trauen.
So hilft dir VALTRI im Alltag
Das alles nimmt dir VALTRI ab, auf deinem iPhone und mit deinen eigenen Nächten. So sieht ein Programm «Mit und ohne» mit «Kein Alkohol am Abend» aus, von der ersten Frage bis zum Satz in deiner Gebrauchsanweisung:
- Einmal in der Woche
VALTRI fragt sich
Mittwochs stellt VALTRI auf Heute die deutlichste Beobachtung aus Entdecken › Muster als Frage, mit ihrer Grundlage. Sie braucht mindestens sieben Morgen nach Tagen mit und sieben nach Tagen ohne. Das ist ein Vergleich deiner Tage, noch kein Test.
VALTRI · HeuteOffene Frage · aus deinen Zahlen
Ist dein Ruhepuls nach Tagen mit Alkohol oft höher?9 Tage mit · +3 bpm
PrüfenNächste WocheFür dich: Du bekommst eine Frage aus deinen eigenen Daten, keine Behauptung.
- Vor dem Start
Programm «Mit und ohne»
Willst du es wissen, wählst du unter «Was willst du prüfen?» eine Gewohnheit, hier «Kein Alkohol am Abend». Dafür braucht VALTRI mindestens 14 gemessene Nächte. VALTRI legt den Rest fest und friert ihn ein: die Messgrösse (bei Alkohol der Ruhepuls), den Mindestunterschied, die ausgeloste Reihenfolge und die Zahl der Paare aus deiner Schwankung der letzten 90 Tage, mit einem Aufschlag dafür, dass deine Nächte zusammenhängen. Reichen zwölf Wochen nicht, sagt VALTRI vor dem Start, ab welchem Unterschied sich etwas finden lässt. Wer viel prüft, bekommt strengere Regeln: ab der dritten Prüfung ein 97,5-Prozent-Band statt 95, ab der sechsten 99. «Wie gewohnt» heisst nie: mehr als sonst. Trinkst du regelmässig viel, sprich vor einem Verzicht mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
VALTRI · So prüft VALTRIKein Alkohol am AbendVALTRI vergleicht deinen Ruhepuls in der Nacht: viermal eine Woche «Kein Alkohol am Abend» und eine Woche wie gewohnt, in zufälliger Folge. Ab 2 Schlägen zählt ein Unterschied. Der Bericht kommt am Do, 17. Dezember.
Beginnt morgen, am Do, 22. Oktober.
Der erste Tag jeder Woche zählt nicht. Er ist zum Umstellen da.
StartenAnderes wählenFür dich: Die Regeln stehen fest, bevor du die erste Zahl siehst. Niemand dreht danach an einer Schwelle.
- An Tagen mit der Änderung
Frage des Tages und Umsetzung
Was VALTRI sieht, zählt VALTRI selbst: ein Alkohol-Eintrag ab 17 Uhr heisst nicht gehalten. Hast du in den letzten vier Wochen nie Alkohol eingetragen, kann VALTRI das Fehlen nicht deuten und fragt ab 18 Uhr «Heute gehalten?» und am Tag danach «Gestern gehalten?». Sonst gilt ein Tag ohne Eintrag als gehalten. Trag darum sorgfältig ein. Unter 80 Prozent gehaltener Tage zählt die Prüfung nicht. Liegt deine HRV oder dein Ruhepuls drei Nächte im Mittel deutlich ausserhalb deines üblichen Bereichs, meldet sich VALTRI, und du kannst pausieren oder beenden.
VALTRI · BisherGehalten an 9 von 10 Tagen, an denen es galt
VALTRI zählt selbst: Alkohol ab 17 Uhr in Dein Tag heisst nicht gehalten. Trägst du keinen Alkohol ein, fragt VALTRI.
Für dich: Du siehst, ob du dich an deinen Plan hältst, aber nicht, ob er wirkt. Das zeigt VALTRI erst im Bericht, damit du nicht zu früh aufhörst.
- Nach acht Wochen
Bericht «Lohnt es sich?»
Der Bericht sagt in einem Satz, ob es wirkt, wie viel und wie sicher, in fünf Stufen von «Wirkt deutlich» bis «Eher schlechter». Gerechnet wird je Paar auf eigenem Niveau, und wo die Daten es erlauben, auch mit der Belastung des Tages und dem Wochentag. Störtage wie Reisen, Pausen oder sehr harte Tage zählen nicht. Ab 60 gemessenen Nächten rechnet VALTRI zudem 200 Scheinprüfungen auf deinen früheren Nächten: Finden mehr als 5 von 100 einen Unterschied, wird das Band breiter. Ist es knapp, hängt VALTRI bis zu zwei Paare an; auch das steht vor dem Start fest.
VALTRI · Bringt es dir etwas?Lohnt sichIn den Wochen mit «Kein Alkohol am Abend» lag dein Ruhepuls 3 Schläge tiefer.
22 Nächte mit, 23 ohne · Ruhepuls −3 Schläge · HRV der Nacht +4,2 ms · Schlafdauer +6 Minuten
Stufe A: geprüft im Wechsel, in ausgeloster Folge
Für dich: Du weisst, ob sich die Änderung für dich lohnt, statt es zu vermuten.
- Was bleibt
Deine Gebrauchsanweisung
Jede Prüfung mit einer Antwort wird ein Satz unter Du. Zeigt eine zweite Prüfung mindestens 60 Tage später wieder eine Wirkung in dieselbe Richtung, gilt sie als bestätigt.
VALTRI · Deine GebrauchsanweisungKein Alkohol am Abend: dein Ruhepuls liegt um etwa 3 Schläge tiefer.Geprüft im Wechsel
Für dich: Was bei dir wirkt, steht an einem Ort, mit Beleg und Datum.
- Daneben, ohne Programm
Wette auf den Morgen
Kein Teil des Tests, aber verwandt: VALTRI nennt eine Spanne für deine Erholung von morgen, du hältst mit deiner eigenen dagegen. Am Morgen zeigt sich, wer näher lag.
VALTRI · Morgen frühDu sagst
60 bis 75VALTRI sagt
52 bis 70Die Wette löst sich auf, sobald deine Erholung von morgen da ist.
7 von 12 getroffen · Punkte: du 41, VALTRI 48
Für dich: Du lernst, wie gut dein Gefühl deinen Körper einschätzt.
Mehr dazu: Prüfen und lernen · Jeden Tag · Quellen und Kontrolle
Wie lange dauert ein Test mit dir selbst?
Das hängt davon ab, wie schnell die Änderung wirkt und wie stark deine Werte schwanken. In VALTRI dauert ein Block eine Woche, wenn die Änderung sofort wirkt, und zwei Wochen, wenn sie erst nach Tagen wirkt. Geplant sind mindestens drei Paare und höchstens zwölf Wochen; wie viele Paare es braucht, rechnet VALTRI aus deinen letzten 90 Tagen. Ist das Ergebnis knapp, hängt VALTRI bis zu zwei Paare an. Das steht schon vor dem Start fest. Pausen verschieben den Bericht um die pausierten Tage.
Reicht es nicht, Tage mit und ohne aus meinen Daten zu vergleichen?
Für eine erste Idee schon. VALTRI zeigt solche Beobachtungen unter Entdecken › Muster. Das ist ein Vergleich, noch kein Test: Tage, an denen du etwas tust, unterscheiden sich oft auch sonst. Ob es wirklich wirkt, zeigt erst ein Wechsel in ausgeloster Folge.
Muss ich verblindet testen?
Bei einer Gewohnheit weisst du immer, ob du sie gerade hältst. Das lässt sich nicht ändern. Darum entscheidet ein Wert, den dein Gerät in der Nacht misst, und nicht dein Gefühl. Für dich zählt ohnehin die ganze Wirkung, auch der Teil, der von der Erwartung kommt.
Kann ich so ein Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel testen?
Nein. Ein Programm in VALTRI ist für Gewohnheiten, die du selbst wählst, nicht für Medikamente oder Verordnetes. VALTRI schlägt weder Medikamente noch Nahrungsergänzungsmittel vor. Bevor du an einem Medikament etwas änderst, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Gilt mein Ergebnis für immer?
Nein, es gilt für dich unter den Bedingungen des Tests. Training, Alter, Jahreszeit oder ein neues Gerät können es verändern. Darum schlägt VALTRI nach einer Wirkung vor, sie in drei Monaten nochmals zu prüfen. Zeigen zwei Prüfungen im Abstand von mindestens 60 Tagen eine Wirkung in dieselbe Richtung, gilt sie als bestätigt.
Quellen
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- Vohra S, Shamseer L, Sampson M, et al., CENT Group (2015). CONSORT extension for reporting N-of-1 trials (CENT) 2015 Statement. BMJ 350:h1738. doi.org/10.1136/bmj.h1738
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- Marcus GM, Modrow MF, Schmid CH, et al. (2022). Individualized Studies of Triggers of Paroxysmal Atrial Fibrillation: The I-STOP-AFib Randomized Clinical Trial. JAMA Cardiology 7(2):167–174. doi.org/10.1001/jamacardio.2021.5010. Der Erstautor erhielt Honorare und hält Anteile bei InCarda, dazu Honorare von Johnson & Johnson und Forschungsgelder unter anderem von Medtronic; ein Autor erhielt während der Studie Honorare von AliveCor, einem Hersteller von EKG-Geräten fürs Smartphone.
- Vetter VM, Kurth T, Konigorski S (2026). Evaluation of two easy-to-implement digital breathing interventions in the context of daily stress levels in a series of N-of-1 trials: results from the Anti-Stress Intervention Among Physicians (ASIP) study. npj Digital Medicine 9(1):135. doi.org/10.1038/s41746-025-02317-3. Ablauf und Zahlen je Person (31 günstig, 25 ungünstig) aus dem Volltext.
- Senn S (2016). Mastering variation: variance components and personalised medicine. Statistics in Medicine 35(7):966–977. doi.org/10.1002/sim.6739
- Gardiner C, Weakley J, Burke LM, et al. (2023). The effect of caffeine on subsequent sleep: A systematic review and meta-analysis. Sleep Medicine Reviews 69:101764. doi.org/10.1016/j.smrv.2023.101764. 8,8 Stunden gelten für Kaffee mit 107 mg Koffein je 250 mL.
Die Zahlen stammen aus den Zusammenfassungen dieser Studien, wo vermerkt aus dem Volltext. Rechenbeispiele, Alltagsszenen und die Zahlen in den Karten aus VALTRI sind Beispiele zur Veranschaulichung.
So entstehen diese Beiträge. Zahlen und Aussagen stützen sich auf die nummerierten Quellen. Erscheinen neue Studien, führen wir den Beitrag nach; das Datum oben zeigt den letzten Stand. Etwas gefunden, das nicht stimmt? Schreib an hello@valtri.app.